HAWA MAHAL


HAWA MAHAL / PALACE OF THE WINDS

Jaipur, Rajasthan, India 2018

This new series shows a metamorphosis / MetaTectural® of the windows of the Palace of the Winds
in Jaipur built in 1799 by maharaja Sawai Pratap Sing.

We dedicate this new series to all strong girls and women who trust their hearts and intuition
and strive for freedom, fulfillment and true friendship.

“The palace was essentially a high screen wall built so that the women of the royal family
could observe street festivals while unseen from the outside. (…) ”
(Source: Wikipedia)

* * *

HAWA MAHAL – PALAST DER WINDE
Jaipur, Rajasthan, Indien 2018

Diese aus fünf Bildern bestehende Serie zeigt
Metamorphosen / MetaTecturals der kleinformatigen farbigen Glasfenster des Hawa Mahal in Jaipur.

Der Maharadja Sawaj Pratap Singh (1778-1803) ließ das Gebäude 1799 als Teil des Stadtpalastes errichten,
um seinen Hofdamen die Möglichkeit zu geben, das Geschehen auf der Straße zu beobachten, ohne selbst gesehen zu werden.
Das fünfstöckige Gebäude mit der wabenartigen Fassade besteht aus rotem und rosa Sandstein mit Verzierungen aus Branntkalk.

Die Fassade zur Straße enthält 953 kleine, kunstvoll gestaltete und vergitterte Fenster, die eine ständige Luftzirkulation gewährleisten.
Die Gitterfenster (Jalis) ermöglichten es den Frauen des Hofes, unbeobachtet das Treiben auf der Straße verfolgen zu können. (1)

Das den verschwenderischen Lebensstil der Rajputenfürsten dokumentierende Lustschloss
ist als eine der Hauptsehenswürdigkeiten Indiens in aller Welt bekannt.
(2)

Als wir 2017 in Jaipur zu einer Künstlerresidenz eingeladen waren, besuchten wir diesen wunderschönen Palast.
Ich stellte mich ganz nah an so ein kleines Fenster, blickte aus dem 5. Stock auf die hochaktive und laute Straße
und versuchte mich in die damalige Situation einer Hofdame hineinzuversetzen.
Ich konnte mir gut vorstellen, wie der Palast Schatten, etwas Frischluft bei stickiger Hitze
und die Gelegenheit zum Plaudern in den vielen kleinen Erkern bot. Der Palast ist wirklich wunderschön.

Dann stellte mir weiter vor, wie die vielen schönen Hofdamen in reich verzierten farbenprächtigen Gewändern
durch diese circa 20×20 cm kleinen Fensterchen dem bunten Treiben auf der Straße zusahen.
Sicherlich bot das Gebäude ihnen Schutz vor dem Dreck und der Wildheit auf der Straße.
Sie waren privilegiert, dort in sauberem Luxus leben zu dürfen.
Gleichzeitig war es ihnen aber auch nicht erlaubt auf die Straße zu gehen.

Aus heutiger Sicht würde man wohl formulieren, dass sie in einem goldenen Käfig lebten.
Sie durften nicht auf die Straße oder ihrem eigenen Leben selbständig nachgehen.
Frei einen Partner wählen? Sich eine Arbeit suchen? Handel treiben? Nein.

Die Gleichberechtigung von Frau und Mann war noch Jahrhunderte entfernt
und selbst heute ist sie in zu vielen Köpfen und Kulturen leider immer noch nicht angekommen.
Zu viele Mädchen werden heute immer noch familiär und/oder gesellschaftlich dominiert,
Bildung wird ihnen vorenthalten, sie gelten als weniger wert
und ihre Position wird auf die wenigen bekannten Rollenklischees reduziert.

Wie soll die Menschheit in Balance kommen, wenn die eine Hälfte der anderen nicht von Herzen auf Augenhöhe begegnet,
sondern sie als etwas Minderwertiges betrachtet, das man benutzen kann?

Ich bin sehr von anderen Kulturen fasziniert und überzeugt, dass Menschen immer vielfältige Konzepte
zur persönlichen Zufriedenheit und „zum Glück“ gefunden haben und weiterhin finden werden.
Ich möchte selbst aber nicht das Mädchen/die (junge) Frau sein, die an einem wunderhübschen bunten Fensterchen steht
und nicht heraus darf, weil eine „Autorität“ es aus Machtlust und fehlgeleitetem Beschützerinstinkt
oder gar einer Vorstellung von „Eigentum“ verbietet. Ich möchte die Möglichkeit haben,
meinen eigenen Weg zu wählen und frei zu entscheiden wann und wohin meine Faszination für diese Welt mich trägt.

Ich verehre Freiheit und das Recht auf Selbstbestimmung inklusive der damit einhergehenden Verantwortung
und wünsche jedem Menschen, und vor allem jedem Mädchen und jeder Frau, den Mut,
sich (innerlich wie äußerlich) von Strukturen zu befreien, die nicht ihre sind, beziehungsweise (ihr) nicht gut tun.

Weiter gedacht, möchte ich (natürlich nicht nur Frauen) gerne dazu motivieren,
sich von fremden und veralteten Strukturen zu befreien und stattdessen selbstverantwortlich und bewusst
eigene, neue und zeitgemässe Strukturen zu kreieren und zu etablieren.

Könnte eine wahrhaftige Ko-Kreation zwischen den Geschlechtern nicht auch der Schlüssel dazu sein,
dass die Menschheit endlich mit dem Planeten in Balance kommt?

Sinnvolle und gesunde Strukturen, die täglich bewusst schöpferisch gelebt werden machen so viel Freude!
Bist Du Dir deiner eigenen Kraft, Dich selbst zu transformieren bewusst?
Wie möchtest Du sein?
Wie wünscht Du die die Welt in der Du lebst?
Was trägst Du konkret dazu bei?

Die Mehrfachbelichtungen der Fenster des Palastes der Winde symbolisieren für mich die mannigfaltigen Möglichkeiten im Leben,
die sich erst ergeben, wenn man es wagt, durch den Schleier nach draußen zu gehen – interagiert – und seinen Weg zwischen mannigfaltigen Möglichkeiten frei wählt, während man sich gleichzeitig bewusst ist, dass alle und alles miteinander verbunden ist.

Nabiha, 2020

* * *

Quelle 1: https://www.rajasthan-indien-reise.de/rajasthan/ziele/jaipur-sehenswurdigkeiten-palastderwinde.html
Quelle 2: https://de.wikipedia.org/wiki/Hawa_Mahal

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Edition I 90 x 60 cm 5 + 2
Ready to hang: UltraSec® Museum Glass, numbered & signed
or
Print only: Hahnemühle Fine Art Print / Ultrachrome HDR pigmentink,
 numbered & signed

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Edition II 120 x 80 cm 3 + 2

Ready to hang: UltraSec® Museum Glass, numbered & signed
or
Print only: Hahnemühle Fine Art Print / Ultrachrome HDR pigmentink,
 numbered & signed

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